Fortbildungen
Kursübersicht
Fachlicher Bezug zur Lebens- und Sozialberatung
Alle Inhalte orientieren sich an den im Methodenkatalog der Lebens- und Sozialberatung (2013) genannten Themenfeldern professioneller Beziehungsgestaltung, Selbstreflexion und Supervision.
Kursleitung

Gabriele Lempradl
Dipl. Sozialpädagogin, Lebens- und Sozialberaterin und zertifizierte Suchtberaterin, Fachkraft für Sozialpädagogische Familiendiagnosen und Sozialpädagogische Diagnosen, Mentaltrainerin und Supervisorin, Praxis Entwicklungsweg – psychosoziale Beratung. Seit 2015 im Kinder- und Jugendhilfebereich bei SOS-Kinderdorf, seit 2017 in der Arbeit mit Familien tätig.
Jasminka Vojnić Hajduk
Psychotherapeutin (Verhaltenstherapie) und Dipl. Sozialpädagogin. Seit 2007 im Kinder- und Jugendhilfebereich bei SOS-Kinderdorf und seit 2016 in der Elternarbeit tätig.
Die eigene Grenze halten
16-stündiges Online-Fortbildungsmodul für Lebens- und Sozialberater*innen (2 Tage à 8 Stunden), Sozialpädagog*innen, Sozialarbeiter*innen
Professionelle Beratungsbeziehungen leben von echter Nähe – und brauchen gleichzeitig klare Grenzen. Dieses Modul beleuchtet, wie Nähe und Distanz in der psychosozialen Beratung bewusst gestaltet, reflektiert und immer wieder neu austariert werden können. Anhand von Selbstreflexion, Fallarbeit und praxisnahen Übungen erarbeiten die Teilnehmer*innen ein vertieftes Verständnis der eigenen professionellen Rolle sowie konkrete Strategien für eine wertschätzende, aber klare Abgrenzung im Beratungsalltag.
Zielgruppe
Lebens- und Sozialberater*innen sowie weitere Fachkräfte der psychosozialen Beratung, die ihre jährliche Fortbildungsverpflichtung (16 Stunden) erfüllen und sich vertieft mit professioneller Beziehungsgestaltung auseinandersetzen möchten
Format
-
16 Stunden, aufgeteilt auf 2 Tage à 8 Stunden
-
Online via Videokonferenz (z. B. Zoom/MS Teams)
-
Kleingruppengröße für interaktive Arbeit, Einsatz von Breakout-Rooms und digitaler Pinnwand (z. B. Miro/Padlet)
-
Teilnahmebestätigung mit Inhalt, Stundenausmaß und Datum am Ende des Moduls
Lernziele
Nach Abschluss des Moduls sind die Teilnehmer*innen sensibilisiert für:
- die eigene professionelle Rolle in der Beratungsbeziehung klarer zu beschreiben und zu halten
- zu erkennen, wann emotionale Beteiligung in Überidentifikation oder Verantwortungsübernahme kippt
- zeitliche, emotionale, persönliche und kommunikative Grenzen bewusst wahrzunehmen und wertschätzend zu setzen
- Nähe und Distanz als dynamischen, immer wieder neu zu reflektierenden Prozess zu verstehen
- eigene biografische Themen und weiße Flecken in der Beratungsarbeit zu identifizieren
- Verantwortung zwischen sich und Klient*innen klar zu unterscheiden
- ein Gespür dafür zu entwickeln, wann Selbstreflexion ausreicht und wann kollegiale Beratung bzw. Supervision sinnvoll ist
Methodik
Der Kurs kombiniert kurze fachliche Impulse mit hohem Praxis- und Reflexionsanteil. Eingesetzt werden u.a.:
- Impulsvorträge mit Fallbeispielen aus der psychosozialen Beratungspraxis
- Selbstreflexionsübungen (Einzelarbeit mit Leitfragen)
- Kleingruppenarbeit in Breakout-Rooms
- Arbeit mit digitaler Pinnwand zur Visualisierung und Sammlung von Praxiserfahrungen
- Plenumsdiskussionen und kollegialer Austausch
- Optional: kurze Rollenspiele zu wertschätzender Grenzsetzung
Themenstruktur
- Professionelle Beziehungsgestaltung
- Nähe und Distanz
- Grenzen
- Überidentifikation
- Verantwortungsübernahme
- Selbstreflexion
- Professionelle Rolle
Das unsichtbare Netz – Familiensysteme in der psychosozialen Beratung
16-stündiges Online-Fortbildungsmodul für Lebens- und Sozialberater*innen (2 Tage à 8 Stunden), Sozialpädagog*innen, Sozialarbeiter*innen
Kein Klient, keine Klientin kommt allein in die Beratung – das familiäre System ist immer mit im Raum. Die Fortbildung vermittelt ein systemisches Grundverständnis von Familien: Wie entstehen Rollen, Muster, Grenzen und Loyalitäten? Wie wirken sie bis in die Gegenwart der beratenen Person hinein? Und wie lässt sich dieses Verständnis für die eigene Beratungspraxis nutzen, ohne selbst Familientherapie zu betreiben?
Familiensystemisches Denken wird hier als Haltung verstanden – als Linse, durch die eine Einzelperson im Kontext ihrer Beziehungen gesehen wird, nicht als isoliertes Problem.
Zielgruppe
- Lebens- und Sozialberater*innen / psychosoziale Berater*innen
- Fachkräfte aus psychosozialen und sozialen Arbeitsfeldern mit entsprechender Qualifikation
- Personen, in deren Beratungspraxis familiäre Zusammenhänge regelmäßig eine Rolle spielen
Format
- 16 Stunden, aufgeteilt auf 2 Tage à 8 Stunden
- Online via Videokonferenz (z. B. Zoom/MS Teams)
- Maximal 12 Teilnehmer*innen
- Teilnahmebestätigung mit Inhalt, Stundenausmaß und Datum am Ende des Moduls
Lernziele
Nach Abschluss der Fortbildung sind die Teilnehmer*innen sensibilisiert für:
- Familien als System statt als Ansammlung Einzelner zu verstehen (zirkuläre statt lineare Kausalität)
- Genogrammarbeit als Beratungsinstrument einzusetzen
- familiäre Rollen und Muster zu erkennen, ohne sie vorschnell zu bewerten
- Grenzen zwischen Subsystemen (Eltern-, Geschwister-, Generationengrenzen) einzuschätzen
- Loyalitätskonflikte zu erkennen und behutsam anzusprechen
- unausgesprochene Familienregeln und -mythen zu identifizieren
- ressourcen- statt defizitorientiert mit Familienthemen zu arbeiten
- die eigene Rolle im Familiensystem zu reflektieren – Einmischung, Neutralität, Verstrickung
- die Grenze zwischen Beratung und Familientherapie zu erkennen
- ein Gespür dafür zu entwickeln, wann bei komplexen Familienkonstellationen Supervision oder Weitervermittlung sinnvoll ist
Methodik
- Fachinputs
- Genogrammwerkstatt
- Fallvignetten
- Breakout-Sessions
- Reflexionsübungen
- Rollenkarten-Arbeit
- digitale Whiteboards
- kollegiale Fallreflexion
- Praxistransfer und Beratungs-Kompass
Themenstruktur
- Systemisches Denken
- Genogrammarbeit
- Familiäre Rollen
- Grenzen und Subsysteme
- Loyalitätskonflikte
- Familienregeln und -mythen
- Ressourcenorientierung
- Rolle der Berater*in
- Grenzen der Beratung
Unterlagen
- digitales Arbeitsbuch
- Fallvignetten
- Genogramm-Vorlage
- Rollen-Landkarte
- Grenzen-Landkarte
- Ressourcen-Kompass
- persönlicher Beratungs-Kompass
Zwischen Sorge und Loslassen – Angehörigenberatung bei Suchterkrankungen
16-stündiges Online-Fortbildungsmodul für Lebens- und Sozialberater*innen (2 Tage à 8 Stunden)
Die Fortbildung richtet den Blick ausdrücklich auf die Angehörigenperspektive: Was macht Sucht mit Beziehungen und Familiensystemen? Welche Dynamiken entstehen? Wie kann psychosoziale Beratung Angehörige stärken, ohne die Verantwortung für die Erkrankung der betroffenen Person zu übernehmen?
Angehörigenberatung wird als Beratung der Angehörigen verstanden – mit Fokus auf Entlastung, Orientierung, Selbstfürsorge, Abgrenzung und Selbstwirksamkeit. Sie ist keine Therapie der suchtkranken Person.
Familiensystemisches Denken wird hier als Haltung verstanden – als Linse, durch die eine Einzelperson im Kontext ihrer Beziehungen gesehen wird, nicht als isoliertes Problem.
Zielgruppe
- Lebens- und Sozialberater*innen / psychosoziale Berater*innen
- Fachkräfte aus psychosozialen und sozialen Arbeitsfeldern mit entsprechender Qualifikation
- Personen, die Angehörige von Menschen mit Alkohol-, Medikamenten-, Drogen- oder Verhaltenssüchten beraten
Format
- 16 Stunden, aufgeteilt auf 2 Tage à 8 Stunden
- Online via Videokonferenz (z. B. Zoom/MS Teams)
- Maximal 12 Teilnehmer*innen
- Teilnahmebestätigung mit Inhalt, Stundenausmaß und Datum am Ende des Moduls
Lernziele
Nach Abschluss der Fortbildung sind die Teilnehmer*innen sensibilisiert für:
- die Angehörigenperspektive und suchtbezogene Familiendynamiken einzuordnen
- Fürsorge, Kontrolle, Unterstützung und Verantwortungsübernahme zu unterscheiden
- Co-Abhängigkeit differenziert und nicht schuldzuweisend zu betrachten
- Angehörige ressourcen- und selbstwirksamkeitsorientiert zu beraten
- Grenzen und schwierige Gespräche zu gestalten
- Rückfälle, Ambivalenz und Krisen professionell zu reflektieren
- Kinder und Jugendliche als besonders relevante Angehörige wahrzunehmen
- die eigene Rolle und fachliche Grenzen zu erkennen
- Weitervermittlung und Vernetzung situationsgerecht einzusetzen
- ein Gespür für die eigene Resonanz zu entwickeln und Supervision zu nutzen
Methodik
- Fachinputs
- Fallvignetten
- Breakout-Sessions
- Reflexionsübungen
- Rollenspiele und Gesprächssimulationen
- Digitale Whiteboards
- Kollegiale Fallreflexion
- Praxistransfer und Beratungs-Kompass
Themenstruktur
- Sucht aus Sicht der Angehörigen
- Familiensystem und Dynamik
- Angehörigenrollen
- Co-Abhängigkeit differenziert betrachtet
- Kommunikation und Grenzen
- Rückfall und Krisen
- Kinder und Jugendliche
- Selbstfürsorge und Selbstwirksamkeit
- Vernetzung und Weitervermittlung
- Rolle der Berater*in
Unterlagen
- digitales Arbeitsbuch
- Fallvignetten
- Reflexionsbogen
- Familiensystem-Dynamikmap
- Verantwortungskreise
- Grenzen- und Kommunikationsblatt
- Selbstfürsorge-Kompass
- Vernetzungs- und Weiterleitungscheck
- persönlicher Beratungs-Kompass
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